
Wer sich an wilden Ufern wie hier am Zernsee einen Weg freischlägt, missachtet den Naturschutz und riskiert Verletzungener. © EyeAmAmazed / stock.adobe.com
Die Stadt Werder (Havel) warnt aus aktuellem Anlass eindringlich vor dem Baden an wilden Uferabschnitten. Vor wenigen Tagen wurde die Stadt über einen Badeunfall in den Havelauen informiert, bei dem ein Kind erhebliche Schnittverletzungen erlitten hat. Ein Beispiel dafür, welche Risiken an nicht ausgewiesenen Badestellen bestehen.
Gefahren an wilden Uferabschnitten
An Uferbereichen im Stadtgebiet, die auf den ersten Blick zum Baden einladen, können Verletzungsgefahren bestehen. Steine, Wurzeln, Scherben, Untergrundveränderungen, Metallschrott oder spitze Gegenstände können den Badespaß massiv gefährden. So sind die Havelauen zwar eine erfolgreiche Konversionsfläche. Unter der Wasseroberfläche können sich jedoch Spuren der früheren Nutzung finden.
Das Baden an wilden Uferabschnitten erfolgt immer auf eigene Gefahr und wird von der Stadt ausdrücklich nicht empfohlen. Außerdem gilt für Schilfgürtel und Uferbiotope in Deutschland ein Betretungsverbot, es dürfen auch keine Wege zum Wasser freigemacht werden. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder.
Sicherheit an anerkannten Badestellen
Demgegenüber stehen in Werder (Havel) mit den Ortsteilen elf anerkannte Badestellen, die jährlich vor Beginn der Saison von einer Fachfirma kontrolliert werden. Dabei tauchen Spezialisten den Gewässergrund ab und beseitigen unnatürliche Gefahrenquellen. Die Stadt investiert hierfür jährlich rund 9.500 Euro.
Folgende Badestellen werden so im Frühjahr gesichert:
- „Deutsche Badestelle“ – Werder – Plessower See
- „Russische Badestelle“ – Werder – Plessower See
- „Stadtrandsiedlung“ – Plessower See
- „Waldstraße Kemnitz“ – Plessower See
- „Dicke Eiche“ – Plessower See
- „Zum Weinberg“ – Plessow – Plessower See
- „Nordspitze Insel“ – Werder – Havel
- „Park Petzow“ – Schwielowsee
- „Am Rüsterhorn“ – Glindower See
- „Phöbener Seestraße“ – Havel
- „Zur Badestelle“ – Töplitz – Havel
Diese Badestellen sind an Mobiliar wie Bänken, Abfallbehälter oder gepflegten Liegewiesen / Stränden erkennbar.
Strandbäder mit höchstem Standard
Die beiden Strandbäder am Plessower See und am Glindower See bieten in Werder (Havel) das sicherste Badeerlebnis. Hier gibt es nicht nur eine umfangreiche Infrastruktur, Sanitäranlagen und Nichtschwimmerbereiche, sondern auch regelmäßige Kontrollen der Gewässerqualität durch das Gesundheitsamt des Landkreises.
Wer in Werder (Havel) sicher baden möchte, sollte also die öffentlichen Badestellen oder die beiden Strandbäder nutzen. Das Baden an wilden Uferabschnitten mag verlockend erscheinen, birgt jedoch erhebliche Gefahren für die eigene Gesundheit oder beeinträchtigt Uferbiotope. Es ist daher nicht zu empfehlen.